|
Tipi ist eine Beschreibung für ein Zelt der nordamerikanischen Indianer. Ein Tipi besteht ursprünglicher Weise aus einem Gestell aus Stangen (dünne Stämme von Nadelbäumen) und einer halbkreisförmigen Plane. Verwendet wurde ein Tipi von den nomadischen Ethnien, da sie sich sehr schnell auf– und abbauen ließen.
  
Gemäß der Bedeutung des Wortes Tipi in Bezug auf Wohnen und Leben, soll dem interessierten Publikum aufgezeigt werden, dass Glas heutzutage eine hochinteressante und architektonisch attraktive Ergänzung zu anderen Materialien wie Holz, Stein und Stahl für heutige Lebens– und Wohnverhältnisse darstellt. Unser Tipi aus Stahl und Glas soll ein Symbol für die Transformation der ursprünglichen Handwerkskunst zum aktuellen Stand der Technik in der Anwendung von Glas und Stahl im Wohnbereich dienen.
Die Konstruktion
1. Fundament Das Fundament besteht aus Edelstahlrechteckrohr (Format: 80x40x4 mm), welches in polygonaler Form angeordnet ist. Das Stahlfundament besteht aus zwei miteinander verschraubten Segmenten. Das Fundament dient als Auflage für die begehbaren Gläser. Dabei sind die Gläser stets allseitig gelagert. Die Auflage für Gläser besteht aus 6 mm EPDM-Gummi mit 60-80 Shore Härte. Die Zwischenräume bzw. Stöße zwischen den Gläsern werden ebenfalls mit Gummi ausgekleidet. Der Luftzwischenraum zwischen Unterkante Glas und Boden beträgt ca. 46 mm und dient zur Installation von Beleuchtungsmitteln um das Glas von unten aus zu durchleuchten. Der Zugang zum Tipi besteht aus begehbarem Glas, welches einen stufenlosen Zugang ermöglicht. Der Höhenausgleich erfolgt über Edelstahlprofile. Dadurch ist ein Zugang auch für Rollstuhlfahrer möglich.
   
2. Begehbares Glas Der Aufbau des begehbaren Glases (von oben nach unten gesehen) besteht aus 6 mm ESG mit einem per Lasertechnik aufgetragenen Punkteraster zur Gewährleistung der Rutschhemmung (Klasse R 9) und gleichzeitiger Durchsicht durch das Glas, aus einer Zwischenlage aus PVB 1,52 mm, einem ESG 12 mm, einer weiteren Zwischenlage aus PVB 1,52 mm und noch einem Glas aus 12 mm ESG. Zusätzlich zu dem vorgenannten statischen Paket werden bei allen Gläsern auf der Unterseite dekorative Elemente einlaminiert. Dies können u.a. einlaminierte Holzfurniere, Digitaldruck, Stoffe und Naturmaterialien sein.
3. Edelstahl-Pfosten und Fassadenpunkthalter An den einzelnen Segmentspitzen des Fundaments werden Flanschplatten angeschweißt an den die einzelnen Pfosten durch Verschraubung positioniert werden. An den einzelnen Pfosten werden Trägerplatten für die Punkthalter angeschweißt. Je Pfosten 8 Trägerplatten für Punkthalter (P+S). Material:
- Pfostenmaterial: 16 Stück Edelstahl, Durchmesser 60 mm, Wandung 2,6 mm, Länge 4,1 – 5 m
- 128 Stück Fassadenpunkthalter beweglich (Hersteller Pauli + Sohn GmbH, http://www.pauli.de/) Zulassung beim Deutschen Institut für Bautechnik durch „Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung“ ABZ 70.2-135 (siehe angefügtes Prospekt Fassadenhalter P+S, S. 12, Art.-Nr.: 751245VAM12 )
4. Glasverkleidung Das Glas ist in der Höhe geteilt und besteht aus VSG, also TVG verbunden mit einer 1,52 mm SentryGlas® –Zwischenlage von DuPont™. Mit dem definierten TVG (Teilvorgespanntes Glas) wird die Resttragefähigkeit im Falle eines Bruchs zusätzlich entsprochen. Die Befestigung der insgesamt 32 Gläser erfolgt mittels der beschriebenen Fassadenpunkthalter. Dazu werden Senkbohrungen im Glas vorbereitet. Durch die Verwendung von SentryGlas kann die Glasdicke von ca. 17,5 mm und 6 Punkthalter auf ca. 12,5 mm Glasdicke und 4 Punkthalter reduziert werden. Durch die geringere Dicke kann auch das Glasgewicht deutlich verringert werden, wodurch die Stahlkonstruktion entlastet wird.
5. Statik In Höhe von ca. 3 m wird ein Stützring aus Edelstahl angebracht. Die Verbindung mit den Pfosten erfolgt durch Verschraubung an den Flanschplatten. Das Ingenieurbüro Frau Dr. Barbara Siebert ist mit der Berechnung der Statik beauftragt.
Presse:
Gläsener Tipi aus VSG
|